Die Halle

Wie alles begann…

Seit mehr als 140 Jahren feiern die Bürger von Wiemeringhausen ihr Schützenfest, nachdem am 10. April des Jahres 1872 elf Gründungsmitglieder die männlichen Bewohner der Gemeinde zur Gründungsversammlung einer Schützengesellschaft riefen. Die ersten Anfänge hatten auch in unserer Gemeinde ehemalige Soldaten geschaffen, die in Erinnerung an den siegreichen Krieg 1870 / 71 einen Kriegerverein gegründet hatten. Der Entschluss zur Gründung einer Schützengesellschaft entstand daraus, Veranstaltungen wie Tanzbelustigungen und Sommer-Kirmes zu beenden und stattdessen ein Fest der gemeinsamen Geselligkeit zu veranstalten.

Bereits am 30 Juni und 01. Juli 1872 konnte nach der Gründung der Schützengesellschaft St. Antonius Wiemeringhausen das erste Schützenfest gefeiert werden. Jedoch geschah dieses in der Zeit von 1872 – 1876 noch unter einem Zeltdach, welches sich für das Schützenfest jeweils geliehen wurde. 1876 wurde dann ein eigenes Zelttuch gekauft, das dann an die Schützenvereine und -gesellschaften aus den Nachbarorten ausgeliehen wurde.

Vogelschiessen an der SchützenhalleDie Vorbereitungen zum Schützenfest waren damals recht mühevoll, mussten doch das Zelt jeweils aufgebaut, die Unterkonstruktion und der Tanzboden gelegt werden.Nach dem Erwerb des heutigen Schützenplatzes am 11. März 1883 vom Landwirt Johann Schmidt, wurde eine feste Halle aus Holz errichtet. Die Kosten für das Grundstück betrugen 650 Mark, die Errichtungskosten für die Halle 4592 Mark.

Zum Richtfest wird festgehalten: Beim Heben der Schützenhalle sollen an die Mannschaften, welche dabei tätig sind, 50 Liter Bier gegeben werden.Auf Verlangen der damaligen Königlichen Schulinspektion und des Königlichen Landrates musste die Halle der Wiemeringhauser Schule zum Turnen zur Verfügung gestellt werden.

Nach dem Krieg von 1870/71 folgte nach 42-jährigem Bestehen der Gesellschaft der 1. Weltkrieg, dessen Auswirkungen das Feiern von Schützenfesten nicht mehr möglich machte. In diesen Kriegsjahren wurde die Halle zur Unterbringung von Soldaten, Pferden und Kriegsmaterial benutzt und dabei stark beschädigt.

Kaum war das 50-jährige Jubelfest im Jahre 1922 mit den Königen August Henneke am 1. Tag und Johannes Lingenauber am 2. Tag vorüber, da musste aus wirtschaftlichen Gründen, auf dem Höhepunkt der Inflation, im Jahre 1923 das Schützenfest erneut ausfallen.

Der unselige Zweite Weltkrieg 1939 bis 1945 und seine Folgen ließ wiederum sieben Schützenfeste ausfallen und dabei die Schützenhalle für militärische Zwecke verfügbar werden, was zu weiteren beträchtlichen Schäden führte.

Mit dem Zusammenbruch der Diktatur wurde durch die Besatzungsmächte ein Verbot des gesamten Schützenwesens ausgesprochen. Auf Betreiben der katholischen Kirche wurde in 1946 das Verbot der Schützenbruderschaften, nicht aber der Schützenvereine, aufgehoben. So wurde 1947 eine neue Satzung erstellt und es fand eine Namensänderung in „St. Antonius Schützenbruderschaft“ statt.

halle frontansichtEs folgten in den nachfolgenden Jahren zahlreiche Umbauten und Erweiterungen der bestehenden Schützenhalle.

Bereits in den 60’er Jahren wurde unsere Schützenhalle von sozialen Einrichtungen, als ideale Voraussetzung zur Durchführung einer aktiven Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche, angemietet.

In den siebziger/achtziger Jahren wurde in einer grossen Baumassnahme der Hallenboden erneuert. Weiterhin wurde ein Anbau errichtet, der Küche, Speiseraum etc. aufnahm. Auch wurde die Musikbühne, von einer „Hühnerleiter“ auf die andere Hallenseite gelegt und zu einer vollwertigen Musikbühne ausgebaut.

Aus sicherheitstechnischen Gründen musste zu Beginn des neuen Jahrtausends eine neue Schießanlage für das Vogelschießen errichtet werden. In diesem Zusammenhang wurde auch der angrenzende Schützenplatz planiert und anschließend gepflastert.

Ab 2008 wurden sowohl die sanitären Anlagen, als auch die Küche und der Speiseraum grundlegend renoviert und den aktuellen Erfordernissen angepasst.